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Besuchsbericht eines Gastes: Bei Alfons Schuhbeck ist insbesondere erstaunlich, dass ich der Meister der bayerischen Gourmetküche trotz zahlreicher geschäftlicher Aktivitäten immer noch die Mühe macht, jeden Gast persönlich aus seinen Südtiroler Stuben hinauszukomplimentieren. Neben seinem Gourmetlokal betreibt der Meister, der von mir lieber als Hausmeister bezeichnet werden wollte, auch eine Eisdiele sowie ein Ladengeschäft. Dazu dann noch sein Palazzo, mit dem er durch die Metropolen dieses Landes tourt. Die Reservierung verläuft in Anbetracht der permanenten Meldungen eines vollkommen ausgebuchten Hauses wenig spektakulär – wir dürfen bereits drei Tage später an einem Montagabend Platz nehmen. Nicht versäumt wurde jedoch, uns an selbigem Tag vorher noch einmal telefonisch zu kontaktieren. Wir stellen die Flexibilität des Service auf die Probe und kündigen eine Person mehr an, als ursprünglich reserviert. Prompt werden wir angefaucht, dass das Lokal ausgebucht wäre. Nach gutem Zureden durften wir dann aber doch zu fünft kommen. Wir nehmen im stilvoll gestalteten Hauptraum des Restaurants an einem runden Tisch in der Mitte platz. Zugleich beginnt das etwas betulich-aufdringlich wirkende Personal, sich intensiv um uns zu kümmern. Das hausgebackene Brot kann man zwar nicht täglich essen, stellt jedoch für besondere Anlässe einen würdigen Einstieg dar. Dies gilt weniger für die versalzene Butter, bei der wir den Anschein hatten, dass Schuhbeck ganz München belehren wolle, dass man unter Gourmets die Butter eben nicht süß zu sich nimmt. Ähnliche Formen der Belehrung folgen den gesamten weiteren Abend gegenüber – meist in subtilerer Form wenn es um die Diskussion der passenden Weine geht. Es folgt ein Gruß aus der Küche, der wenig bayerisch anmutet: Nürnberger Bratwürste in aufgeschlagener Sour-Cream sind trotz der guten Zubereitung fränkisch. Zwischendurch haben wir auch die erste Flasche unseres San Pellegrinos geleert weshalb der Kellner zunächst höflich fragt, ob er denn „eine weitere Flasche disponieren dürfe“. Später folgt dann die Frage, ob er „Wasser immer disponieren dürfe“. Das Tunfisch Carpaccio kommt zwar frisch, allerdings wenig gewürzt auf den Tisch. Begeistert sind wir von der frischen Fischsuppe, die eine perfekte Konsistenz aufweist und geschmacklich sehr ausgewogen ist. Es folgt eine qualitativ gute aber eher konservative Variante frischer getrüffelter Nudeln. Es folgen Hauptgerichte auf sehr gutem Niveau ohne jeden Grund zur Beanstandung. Lammfilet und Lammhaxe sind butterzart mit würziger Soße. Ente und Rinderschmorbraten hätte selbst der Schuhbeck selber kaum besser zubereiten können. Der geeiste Kaiserschmarrn ist eigentlich eher ein „gekaiserschmarrntes Eis“, und ganz genau genommen hatten wir es eher mit Stücken vom Parfait zu tun, die mit hauchzartem Kaiserschmarrnteig überzogen waren. Zum Abschluss weigerte sich der sonst so aufmerksame Service standhaft, auf der Rechnung einen Flaschenwein auf drei Personen aufzuteilen. Nach einiger Überredungskunst funktionierte dies dann doch noch und wir konnten uns den Händeschlag von Schuhbeck abholen. |
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